Die Krypto-Sektoren Real World Assets (RWAs) und quantenresistente Kryptowährungen haben trotz des schwierigen Marktumfelds deutliche Kursgewinne verzeichnet. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht von Binance Research hervor.
RWA-Sektor legt trotz Rückgangs der Krypto-Marktkapitalisierung um 3 Prozent kräftig zu
Dem Bericht zufolge sank die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes im Mai um 3,3 Prozent auf 2,55 Billionen US-Dollar. Belastet wurden risikoreiche Anlageklassen durch Inflationssorgen, steigende Anleiherenditen und veränderte Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank Fed.
Vor diesem Hintergrund hatte Bitcoin Schwierigkeiten, wichtige technische Unterstützungsmarken zu halten. Gleichzeitig verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs im Monatsverlauf Nettoabflüsse von 1,1 Milliarden US-Dollar.
„BTC testete den 200-Tage-Durchschnitt sowie den realisierten Preis kurzfristiger Halter, konnte dieses Niveau jedoch nicht behaupten – ein Bereich, den der Markt weiterhin genau beobachtet“, erklärte Binance Research.
Trotz des allgemeinen Marktrückgangs legte der Bericht zufolge das RWA-Segment zwischen Anfang 2025 und Juni 2026 um rund 589 Prozent zu. Dadurch stieg der Gesamtmarktwert des Sektors auf 31,8 Milliarden US-Dollar. Dies verdeutliche die Entwicklung des Bereichs zu einem breit aufgestellten Ökosystem innerhalb des Kryptomarktes.
„Das Jahr 2026 markiert den Reifeprozess der RWA-Tokenisierung – weg von einer von Staatsanleihen dominierten Erzählung hin zu einem diversifizierten Rendite-Ökosystem“, schrieb Binance Research.
Anleihen und Geldmarktfonds verzeichneten dabei den größten Wertzuwachs in absoluten Zahlen und gewannen zusammen 6,5 Milliarden US-Dollar hinzu. Gleichzeitig entwickelten sich börsennotierte Aktien zum am schnellsten wachsenden Segment und legten im betrachteten Zeitraum um rund 422 Prozent zu. Der Vorstandsvorsitzende der Kryptobörse BitMEX, Stephan Lutz, hatte FXStreet in der vergangenen Woche gesagt, tokenisierte Anleihen könnten die „nächste große“ Marktchance im Bereich digitaler Vermögenswerte werden.
Der Bericht verweist zudem auf das Entstehen sogenannter „exotischer“ RWAs. Dazu zählen tokenisierte Rückversicherungsprodukte, GPU-Infrastruktur, Hypothekenkredite sowie Strategien für Carry Trades im Devisenmarkt.
Binance Research hob außerdem das steigende Interesse an quantenresistenten Kryptowährungen hervor. Dieser Sektor entwickelte sich im Mai um rund 59,3 Prozent besser als Bitcoin. Angeführt wurde die Entwicklung von Zcash, dessen Kurs von Fortschritten bei Technologien für quantenresistente Wallet-Wiederherstellung profitierte.
„Quantenresistenz erzielte gegenüber Bitcoin eine Outperformance von rund 26,3 Prozent seit Jahresbeginn und etwa 59,3 Prozent im Monatsvergleich – angeführt von Zcash“, heißt es in dem Bericht.
Nach Einschätzung des Unternehmens beeinflussen Sorgen über künftige Fortschritte im Bereich Quantencomputing zunehmend die Positionierung institutioneller Investoren. Verwiesen wird dabei auf eine Einschätzung des Ethereum-Mitgründers Vitalik Buterin, wonach eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent besteht, dass heutige kryptografische Standards bis zum Jahr 2030 geknackt werden könnten. Zudem wird die Frist des US National Institute of Standards and Technology (NIST) genannt, das bis 2035 den Übergang zu quantensicheren Kryptografie-Standards vorsieht.
„Was einst weit entfernt schien, wird zunehmend zu einem Faktor, den institutionelle Investoren genau beobachten“, schrieb Binance Research.
Der Bericht verweist zudem auf Veränderungen im Anlageverhalten institutioneller Investoren im Kryptosektor. Die Korrelation von Bitcoin- und Ethereum-ETFs mit technologieorientierten Aktien habe abgenommen, während die Verbindungen zu den Anleihemärkten stärker geworden seien.
„Die Kapitalflüsse in Krypto-ETFs verhielten sich früher ähnlich wie im Technologiesektor – das ist inzwischen nicht mehr der Fall“, ergänzte Binance Research.
Nach Angaben des Instituts weisen ETFs auf Hochzinsanleihen von Unternehmen (HYG) sowie Staatsanleihen inzwischen zunehmend ähnliche Kapitalflussmuster auf wie Krypto-Anlageprodukte. Dies deute darauf hin, dass sich der Kryptomarkt von einer risikoreichen Technologieanlage hin zu einem Instrument entwickelt, das stärker auf makroökonomische Liquiditätsbedingungen reagiert.
Als wichtigste Einflussfaktoren für die weitere Entwicklung des Kryptomarktes in den kommenden Monaten nennt der Bericht geldpolitische Entscheidungen der Fed, die Regulierung von Kryptowährungen in den USA sowie allgemeine makroökonomische Entwicklungen.
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