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Euro gewinnt gegenüber dem US-Dollar, da die Spannungen im Nahen Osten nachlassen, US-VPI im Fokus

  • EUR/USD steigt, da Hoffnungen auf einen Friedensdeal im Nahen Osten den US-Dollar belasten.
  • Händler warten am Mittwoch auf den US-Inflationsbericht, um neue Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed zu erhalten.
  • Es wird erwartet, dass die EZB am Donnerstag die Zinsen anhebt, doch Händler wollen Hinweise darauf, was als Nächstes kommt.

EUR/USD notiert am Dienstag im Plus, da vorläufige Anzeichen einer Deeskalation im Nahostkonflikt die Nachfrage nach dem sicheren Hafen US-Dollar (USD) belasten. Auch niedrigere Ölpreise stützen den Euro (EUR), angesichts der starken Abhängigkeit der Eurozone von importierter Energie.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar bei rund 1,1553 und erholt sich damit von einem Zwei-Monats-Tief bei 1,1499, das am Montag erreicht wurde.

US-Präsident Donald Trump deutete an, dass die Vereinigten Staaten und der Iran kurz vor einer Einigung zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten stehen, während Iran und Israel sich auf eine Einstellung der Feindseligkeiten geeinigt haben. „Wir befinden uns in den letzten Zügen dessen, was ein sehr, sehr guter Deal sein wird“, sagte Trump am Dienstag gegenüber Reportern. Er fügte hinzu, dass die Straße von Hormus sofort wieder geöffnet werde, sobald ein Abkommen abgeschlossen sei.

Die Spannungen in der Golfregion bleiben jedoch hoch. Israel hat seine Militäroperationen im Süden Libanons fortgesetzt, während Iran gewarnt hat, dass die Kämpfe wiederaufleben könnten, falls die israelischen Angriffe andauern. Infolgedessen bleiben Rücksetzer beim US-Dollar flach.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 99,89 und liegt damit am Tag 0,12 % im Minus.

Unterdessen erhält der Greenback weiterhin Unterstützung durch hawkische Erwartungen an die Federal Reserve. Händler rechnen damit, dass die US-Notenbank die Zinsen bereits im September anheben könnte, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte laut dem CME FedWatch Tool bei rund 35 % liegt.

Der Fokus richtet sich nun auf den am Mittwoch anstehenden US-Verbraucherpreisindex (VPI). Ökonomen erwarten, dass die jährliche Inflation im Mai auf 4,2 % von 3,8 % im April anziehen wird.

Der Bericht könnte ein neues Signal vor der Fed-Sitzung in der nächsten Woche liefern, bei der die Entscheidungsträger voraussichtlich die Zinsen unverändert lassen werden, da die Inflation weiter von dem 2%-Ziel der Zentralbank entfernt bleibt.

Auf der anderen Seite des Atlantiks rechnen Händler fest mit einer Zinserhöhung bei der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Die größere Frage ist, ob die EZB die Tür für weitere Zinserhöhungen angesichts steigender Stagflationsrisiken in der Eurozone offenhalten wird.

EZB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.

In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.

Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.

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