Deutsche Bank-Chef schlägt Alarm - Sewing fordert schnellere Reformen
|Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat das schleppende Tempo der Wirtschaftsreformen in Deutschland kritisiert. Er forderte die Bundesregierung auf, den Kündigungsschutz zu lockern und beschlossene Maßnahmen schneller umzusetzen.
In einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ sagte Sewing, die Koalitionsregierung von Bundeskanzler Friedrich Merz habe die wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes zwar richtig erkannt, handle aber nicht schnell und entschlossen genug.
Die bislang eingeleiteten Reformen reichten aus seiner Sicht nicht aus. Sewing warnte, politische Kompromisse könnten die Bemühungen untergraben, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken.
Zwar betonte der Bankmanager, der Schutz von Arbeitnehmern bleibe wichtig. Zugleich sprach er sich aber für mehr Flexibilität im Arbeitsrecht aus, damit Unternehmen wirksamer auf veränderte wirtschaftliche Bedingungen reagieren könnten.
Konkret schlug Sewing vor, die jährliche Gehaltsschwelle für bestimmte Schutzregeln im Arbeitsrecht vom derzeitigen Niveau von 180.000 Euro beziehungsweise 202.000 Dollar zu senken.
Die Regeln am deutschen Arbeitsmarkt müssten aus seiner Sicht der zunehmenden Geschwindigkeit des wirtschaftlichen und technologischen Wandels Rechnung tragen. Unternehmen sollten ihre Belegschaften effizienter anpassen können.
Die Äußerungen erhöhen den Druck auf die Koalition von Merz, strukturelle Reformen zur Verbesserung der Standortbedingungen und zur Stützung des Wirtschaftswachstums umzusetzen.
Sewing äußerte sich zudem besorgt über die politischen Folgen der jüngsten Landtagswahlen in Deutschland, bei denen Parteien an den politischen Rändern zulegten.
Er warnte, Zugewinne rechts- wie linksextremer Bewegungen stellten ein erhebliches Risiko für die wirtschaftlichen Perspektiven des Landes dar.
Der Manager forderte die etablierten demokratischen Parteien in Deutschland auf, darauf mit glaubwürdigen, wachstumsorientierten Reformen zu reagieren, statt Fortschritte durch politische Spaltungen zu verzögern.
Seine Aussagen unterstreichen die wachsende Sorge deutscher Wirtschaftsführer, ob Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit trotz politischer Unsicherheit und langjähriger struktureller Probleme erhalten kann.
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